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Erste Forschungsergebnisse MammAware

Bernd Kaltenbach • 17. März 2026

Wenn Hardware nicht macht, was man erwartet – unsere Erfahrungen mit haptischen Handschuhen

Ein zentrales Ziel des Projekts MammAware ist die Entwicklung einer VR-basierten Trainingslösung, mit der Frauen lernen können, eine Brust-Selbstuntersuchung korrekt durchzuführen. Die Idee dahinter: In einer virtuellen Umgebung können Nutzerinnen Schritt für Schritt durch die Untersuchung geführt werden und erhalten direkt Feedback zu ihren Bewegungen.

Damit ein solches Training sinnvoll funktioniert, müssen Hand- und Fingerbewegungen möglichst präzise erfasst werden. Genau hier beginnt jedoch eine der größten technischen Herausforderungen unseres Projekts.


Warum zusätzliche Hardware überhaupt nötig ist

Moderne VR-Headsets verfügen mittlerweile über integriertes Handtracking. Kameras am Headset erkennen dabei die Hände der Nutzerinnen und berechnen daraus deren Position sowie einzelne Fingerbewegungen.

Für viele Anwendungen funktioniert dieses System erstaunlich gut. Allerdings stößt es an seine Grenzen, sobald Interaktionen sehr körpernah stattfinden – genau so, wie es bei einer Brust-Selbstuntersuchung der Fall ist.

Wenn sich die Hände direkt am eigenen Oberkörper befinden oder sich teilweise selbst verdecken, können die Kameras des Headsets die Bewegungen oft nicht mehr zuverlässig erfassen. Besonders problematisch wird es, wenn Nutzerinnen während der Untersuchung den Blick von der Brust abwenden, etwa um sich in der virtuellen Umgebung zu orientieren.

Um dieses Problem zu lösen, haben wir im Projekt untersucht, ob zusätzliche Hardware helfen kann – insbesondere sogenannte haptische Handschuhe.



Unser Ansatz: Haptische Handschuhe


Haptische Handschuhe sind spezielle Geräte, die zwei Dinge gleichzeitig können:

Sie erfassen sehr präzise Fingerbewegungen und können zusätzlich Berührungen oder Kräfte simulieren. Dadurch können virtuelle Objekte fühlbar gemacht werden.


Unsere Hoffnung war, dass solche Handschuhe sowohl die Genauigkeit der Bewegungserfassung verbessern als auch das Training realistischer machen könnten.


Im Projekt haben wir mehrere kommerziell verfügbare Systeme getestet und in unsere VR-Anwendung integriert:


  • TouchDIVER Pro Gloves (Weart)
  • TactGlove DK2 in Kombination mit der TactSuit Pro (bHaptics)
  • SenseGlove Nova 2 (SenseGlove)

Alle Systeme wurden technisch eingerichtet, in die bestehende VR-Anwendung eingebunden und unter realistischen Nutzungsszenarien ausprobiert.


Was gut funktioniert hat – und was nicht


Grundsätzlich konnten alle getesteten Systeme einzelne Fingerbewegungen erfassen und haptisches Feedback erzeugen. In der Praxis zeigte sich jedoch schnell, dass die Handschuhe ein entscheidendes Problem nicht lösen konnten.


Die Position der Hände im Raum wird nämlich weiterhin über das Tracking des VR-Headsets oder zusätzliche Tracker bestimmt. Das bedeutet: Wenn das Headset die Hände nicht mehr sehen kann, weiß auch das Handschuhsystem nicht mehr genau, wo sich die Hände befinden.


Gerade bei Interaktionen am eigenen Oberkörper führte dies weiterhin zu Trackingverlusten. Sobald Nutzerinnen ihren Blick von der Brust abwenden, werden die Hände vom Headset oft nicht mehr zuverlässig erkannt.


Zusätzlich traten bei einigen der getesteten Geräte weitere praktische Einschränkungen auf, etwa:

  • prototypische Hardware mit mechanischen Problemen
  • teilweise inkonsistente haptische Rückmeldungen
  • fehlende Unterstützung für Standalone-VR-Headsets

Die wichtigste Erkenntnis aus unseren Tests

Unsere Tests haben eine wichtige Erkenntnis gebracht:

Das eigentliche Problem liegt nicht in der haptischen Rückmeldung – sondern in der zuverlässigen Positionsbestimmung der Hände bei körpernahen Interaktionen.

Mit anderen Worten: Die Handschuhe konnten zwar fühlen lassen, aber sie konnten nicht zuverlässig sagen, wo sich die Hände genau befinden.


Wie es im Projekt weitergeht

Auch wenn die getesteten Handschuhsysteme nicht wie ursprünglich erwartet eingesetzt werden können, waren die Experimente für unser Projekt sehr wertvoll. Sie haben uns geholfen, die technischen Anforderungen an unser System deutlich besser zu verstehen.

Im Projekt untersuchen wir deshalb inzwischen alternative Trackingansätze. Eine mögliche Lösung besteht darin, zusätzliche Kamerasysteme am VR-Headset zu nutzen, die die Hände auch im Bereich des Oberkörpers stabil erfassen können. Alternativ könnte auch eine komplett andere Umsetzung als zuerst angedacht möglich gemacht werden.

Forschung verläuft selten geradlinig – aber genau diese Erkenntnisse bringen uns dem Ziel einer funktionierenden VR-Trainingslösung für die Brust-Selbstuntersuchung Schritt für Schritt näher.




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